Programm 2019

25. Koblenzer Mendelssohn-Tage

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25 Jahre Koblenzer Mendelssohntage
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Jubiläumsprogramm 2019 Vorschau:


Fanny, die geniale Schwester von Felix
Konzert und Vortrag am 2. Juni um 19.30 Uhr in der Christuskirche

Frau Prof. Dr. Angela Thompson, geboren in Dresden, lebt mit ihrer Familie seit 1968 in Los Angeles und widmet sich seit vielen Jahren der Musik und dem Leben  von Fanny Mendelssohn verh. Hensel.

Frau Dr. Wilma Rademacher-Braick hat sich in Koblenz mit dem Leben von Fanny und den damaligen gesellschaftlichen Gegebenheiten befasst und schreibt:

„1819 schreibt Rahel Varnhagen, geb. Levin (1771-1833), in einem Brief: Frauen „haben der beklatschten Regel nach gar keinen Raum für ihre eigenen Füße, müssen sie immer nur dahin setzen, wo der Mann eben stand, und stehen will; […] jeder Wunsch, den unnatürlichen Zustand zu lösen, wird … für ein strafwürdiges Benehmen gehalten.“ Aber es ist „Menschenunkunde, wenn sich die Leute einbilden, unser Geist sei anders und zu andern Bedürfnissen konstituirt, und wir könnten … ganz von des Mannes oder des Sohns Existenz mitzehren.“
Rahel Varnhagen, in Berlin strahlender Mittelpunkt einer buntgemischten, halböffentlichen Gesellschaft, Initiatorin einer der großen Salons ihrer Zeit, richtet sich letztlich in der Rolle einer Frau im Hause ein und überschreitet Grenzen nur in Gedanken und Briefen.

Eine Generation später hat Fanny Mendelssohn (1805-1847) in Berlin genau mit diesen Grenzen zu tun. Erste bekannte Kompositionsversuche der musikalisch hochbegabten 14Jährigen im Jahr 1819, darunter das Lied „Ihr Töne, schwingt euch freundlich“ zum 43. Geburtstag des Vaters, werden seitens der Familie stolz, aber auch mit besonderer Aufmerksamkeit wahrgenommen.

Kurz danach, 1820, weist Abraham Mendelssohn seine Tochter von Paris aus darauf hin, dass sie gut daran tue, anders als ihr Bruder Felix auf beruflichen Ehrgeiz in der Musik zu verzichten und sich mit der „Freude an dem Beifall, den er erworben“ habe, zu begnügen, wohlwissend, dass „Du ihn an seiner Stelle auch würdest verdienen können.“ Dem väterlichen Rat: „Beharre in dieser Gesinnung und diesem Betragen, sie sind weiblich, und nur das Weibliche ziert die Frauen“, will Fanny Mendelssohn folgen.
Doch es wird nicht dabei bleiben. Zunächst begnügt sie sich wie Rahel Varnhagen mit der Halböffentlichkeit. Bei den Sonntagsmusiken im Gartensaal des väterlichen Anwesens wird auch sie zum strahlenden Mittelpunkt eines Künstler- und Intellektuellenkreises.
Doch es kommt der Tag, an dem es Fanny Mendelssohn zu wenig ist, „ganz von des Bruders Existenz mitzuzehren“. Gut, dass es so kam, denn sonst könnten wir heute nicht überprüfen, ob Charles Gounod recht hat, wenn er feststellt: "Als Komponistin war sie von seltener Begabung".

Angela Thompson wird in Ihren Erläuterungen auf das Leben von Fanny Hensel eingehen und die ebenfalls in Los Angeles lebende, dort berühmte Pianistin Violeta Petrova, wird viele verschiedene und geniale Kompositionen von Fanny vortragen.
Musikalischer Höhepunkt wird Fanny Mendelssohn Trio in d-Moll für Klavier, Violine und Cello, Opus 11 sein. Interpreten sind Pianistin Violeta Petrova,  Violinist Ayumu Iduee  und Bettina Hagedorn am Violoncello.   

Karten bei allen Vorverkaufsstellen und bei Ticket-Regional.
Mehr Informationen unter www.mendelssohn-koblenz.de